Mit Bildung die Welt retten? – Education Day

Auf der UN-Klimakonferenz in Marrakesch wird auf die verschiedensten Arten versucht, dem Klimawandel politisch entgegenzuwirken. Bildung ist eine davon: Mit dem „Education Day“ hat die COP dem Thema einen eigenen Tag gewidmet. Aber kann Bildung wirklich helfen, die Umwelt zu schützen?

Eine neue Studie hat gezeigt: Bildung ist besonders effektiv, wenn es darum geht die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Die Demografen, die sowohl an der WU Wien als auch am IIASA in Laxenburg und an der ÖAW forschen, analysierten dazu Daten über die Naturkatastrophen der vergangenen 40 Jahre aus 167 Ländern.
Das Ergebnis? “Unsere Forschungen zeigten, dass Bildung wichtiger als das Bruttoinlandsprodukt ist, um die Sterblichkeitsrate nach Naturkatastrophen zu senken”, wird Co-Autorin Raya Muttarak im Standard zitiert. Bildung erhöhe nämlich vor allem die Fähigkeit auf unvorhergesehene Folgen zu reagieren. Es sei deshalb wichtig in Schulen und Universitäten zu investieren – besonders in ärmeren Ländern.

Aber kann Bildung nicht vielleicht sogar noch mehr?

„Let’s pick up our books and pens. They are our most powerful weapons“, hat Malala Yousafzai , die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte, gesagt. Die Pakistanerin engagiert sich für das Recht auf Bildung und die Bekämpfung von Terrorismus- speziell in ihrer Heimat. Ihrer Überzeugung nach kann Extremismus nämlich nur nachhaltig bekämpft werden, wenn Menschen lernen, die Ansichten anderer und auch ihre eigenen zu hinterfragen- und das geht am besten durch Bildung. Vielleicht stimmt ihre Aussage ja auch in Zusammenhang mit der Bekämpfung von Klimawandel: Denn die eigentlich notwendige Veränderung ist die unseres eigenen Verhaltens und das Hinterfragen unserer eigenen Einstellungen ein wichtiger Schritt, damit Klimaschutz erfolgreich sein kann. 

Auch die UNESCO, die Vereinte Nationen-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, sieht dei Wichtigkeit des Faktors Bildung ein,  denn – im Rahmen ihrer Arbeit an “Education for sustainable development“ – unterstützt sie verschiedenste Länder dabei, den Klimawandel in die Bildungsprogramme einzubauen.

Dazu gehört auch die Mobilisierung von Schulen durch ganzheitliche Konzepte, wie zum Beispiel Mülltrennung, den Anbau von eigenem Obst und Gemüse samt passenden Unterrichtsinhalten.

Die Idee dahinter?  Wenn Kinder schon früh beginnen, nachhaltig zu denken, sollte das doch zur Folge haben, dass sie Schritt für Schritt auch ihr Verhalten ändern und so mithelfen eine umweltfreundlichere Welt. „Im Kampf gegen den Klimawandel sind Investitionen in Bildung unverzichtbar”, sagte Petra Stephan von der Kindernothilfe in einem Interview mit der deutschen Entwicklungshilfe-Website epo.de.

Doch eigentlich ist die Idee nicht neu: Jane Goodall, in erster Linie als Forscherin bekannt, setzt sich zum Beispiel seit Jahrzehnten für das Empowerment junger Menschen in Sachen Umweltschutz und Leben im Einklang mit der Natur ein. Mit ihrem Projekt „Roots&Shoots“ ermutigt sie junge Menschen, nach dem Prinzip „zusammen können wir viel bewegen“ über Probleme in ihrer unmittelbaren Umgebung nachzudenken und Lösungsansätze zu finden, so heißt es auf ihrer Website.

Dieses Projekt ist nur eines von vielen, die versuchen jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten und nachhaltig positive Veränderung zu bewirken.

Vielleicht kann man also doch noch die Welt retten – und das Kind für Kind, Schulklasse für Schulklasse und im wahrsten Sinne des Wortes Babyschritt für Babyschritt. Denn es ist die neue, junge Generation an der es wirklich liegt, Veränderung zu bewirken.