Frauen-Power für den Umweltschutz – Gender Day

Das Pariser Abkommen 2015 wurde als großer Durchbruch in puncto Umweltpolitik propagiert. Nach langen, zähen Verhandlungen konnten sich die 195 Teilnehmerstaaten endlich auf ein neues, rechtsverbindliches Abkommen mit hohen Zielen einigen. All diese Ziele müssen künftig aber auch tatsächlich verwirklicht werden. Damit dies geschieht, könnten gerade Frauen einen entscheidenden Faktor leisten. Doch welche Rolle spielen Frauen im Umweltschutz? Warum ist es so wichtig, den Ruf nach mehr Gleichberechtigung nicht verstummen zu lassen?

Bei der COP 21 in Paris wurden in letzter Minute Punkte wie Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit aus dem verbindlichen Abkommen in die unverbindliche Präambel verschoben. Frauenrechte und Umweltpolitik mögen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Tatsächlich könnte eine verstärkte Unterstützung von Frauen aber gerade in unterentwickelten Ländern durchaus helfen, die hoch gesteckten Klimaziele zu erreichen.

Umso erfreulicher erscheint die Tatsache, dass die COP 22 in Marrakesh einen ganzen Tag, nämlich den 15.November, der ungleichen Behandlung von Männern und Frauen widmet. Veranstaltet wird dieses side-event von der Women and Gender Constituency (WGC), deren Ziel es ist, Frauen eine Stimme zu geben und sich auch in Verbindung mit Umweltschutz für mehr Gleichberechtigung stark zu machen. Frauen sind auch heute kaum in Führungspositionen vertreten und werden vor allem in den ärmeren Gebieten dieser Welt ausgebeutet. Sie leiden häufig unter dem patriachalischen Modell, das ihnen kaum Mitsprache bietet.

Tatsächlich belegen viele Studien, dass Frauen eher zu einem bewussten Umgang mit der Umweltproblematik neigen und sogar nachweislich niedrigere ökologische Fußabdrücke aufweisen als Männer. Frauen konsumieren im Schnitt weniger Fleisch, verbringen weniger Zeit im Auto und gehen sparsamer mit Energie um.

Hinzu kommt, dass Frauen und Männer durch die unterschiedlichen Rollen, die sie in der Gesellschaft annehmen, auch nicht gleich vom Klimawandel betroffen sind. Frauen in unterentwickelten Ländern haben nur schwer Zugang zu Bildung. Sie sind hauptsächlich für die Produktion von Lebensmitteln und die Versorgung der Familie zuständig und spüren gerade deshalb die Auswirkungen des veränderten Klimas stark. Durch immer länger andauernde Dürren wird die Arbeitsbelastungen für diese Frauen immer größer. Letztlich sind Frauen auch aufgrund ihrer niedrigen sozialen Stellung die Ersten, die von Mangelernährung betroffen sind.

Der richtige Ansatz, um diese Geschlechterparität in Bezug auf den Klimawandel zu bekämpfen, wäre also, Frauen vermehrt in wichtige Entscheidungen einzubinden. Gerade in landwirtschaftlichen Fragen könnten sie sich durchsetzen und durch umweltschonende, alternative Produktion ihre Abhängigkeit vom Klimawandel mindern.

Quellen:
Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen
Die Zeit
Women Gender Climate

Fotocredit: hdptcar