Österreich erhält Klima-Negativpreis „Fossil of the Day“

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Österreich bekam am Mittwoch den „Fossil of the Day“ verliehen. Der Negativpreis wird seit der Klimakonferenz 1999 bei jeder COP täglich in kabarettistischer Form an ein Land vergeben, das sich laut dem Climate Action Network (CAN) “am meisten tut, um am wenigsten zu schaffen” und “sein Bestes gibt, am schlechtesten zu sein.” Ausgewählt werden die Preisträger von den Aktivisten des CAN, einem Verbund von über 850 Umweltorganisationen.

Österreich erhielt den Preis für „zweifelhaftes Lobbying und das Bremsen von Ambitionen“ am Klimagipfel. CAN verweist darauf, dass bei den Treibhausgasemissionen seit 25 Jahren kein Fortschritt gemacht wurde. Tatsächlich sind die Emissionen insgesamt von 1990 bis 2014 um nur 3,2% gefallen. Während der Ausstoß von CO2 leicht stieg, ging dieser aber bei anderen Gasen sehr stark zurück.

Weiters kritisierte CAN die Anstrengungen Österreichs, bei LULUCF, einem UN-Aufforstungsprogramm, größere Handlungsspielräume bei der Berechnung der Waldfläche zu bekommen.

Umweltminister Andrä Rupprechter meint dazu: „Es ist schon zu einem Ritual geworden, dass die Grünen und die NGOs schon vor uns auf Klimakonferenzen sind und so etwas zu meiner Ankunft vorbereiten.“ Darüber hinaus kritisiert er die Rankings der Nichtregierungsorganisationen. „Beim intransparenten Index von German Watch rangieren wir beispielsweise hinter Polen, die Kohleland Nummer eins in Europa sind. Frankreich, das Atomstromland, führt“, so Rupprechter weiter. „Das ist alles ziemlich lächerlich. Mir geht diese Miesmacherei des eigenen Landes im Ausland auf die Nerven. Und ich habe den Eindruck, dass das auch den Menschen auf die Nerven geht.“

Gleichzeitig wurde der “Fossil of the Day” auch an Australien und Neuseeland verliehen. „Wir wollen keinen Klatsch verbreiten, aber heute erwischten wir den australischen Umweltminister Josh Frydenberg, als er sich bei US-Energieminister Ernest Moniz über die Unterstützung amerikanischer NGOs von Protesten gegen das Carmichael-Kohlebergwerk beschwerte.“, schrieb CAN in ihrem Blog. Die Mine wäre bei Fertigstellung die größte Australiens. Die Verbrennung der darin geförderten Kohle würde jährlich bis zu 128 Mio. Tonnen CO2 in die Luft blasen – fast doppelt so viel wie ganz Österreich.

Neuseeland bekam den Preis, weil es durch betrügerische Emissionszertifikate aus der Ukraine und Russland seine CO2-Bilanz aufgebessert hat. Die beiden Länder standen in der Kritik, weil dort klimaschädliche Gase allein für den Zweck der Vernichtung produziert wurden. Dadurch wurden Zertifikate generiert, die gewinnbringend ins Ausland verkauft wurden.

Vergangene Woche erhielten unter anderem die Europäische Kommission und Deutschland den Negativpreis.