Das war die COP23!

Nach zwölf Tagen voller Verhandlungen, Vorträgen und Protestaktionen ist die 23. UN-Weltklimakonferenz nun zu Ende. Die ganze Welt ist zusammengekommen, um über die Folgen des Klimawandels und seine Bekämpfung vorzugehen. Am Ende steht eine Frage im Raum: Was ist das Ergebnis dieser Verhandlungen?

Das Hauptthema auf dieser COP war die Umsetzung des 2015 beschlossenen Pariser Abkommens, das 2020 in Kraft tritt. Damit sind dann jene 196 Länder, die das Abkommen bis jetzt ratifiziert haben, rechtlich verpflichtet, ihre Emissionen zu senken und darüber Bericht zu erstatten. Die Umsetzungsbeschlüsse des Abkommens werden im sogenannten Paris Rulebook festgehalten – das muss auf der COP24 im nächsten Jahr fertiggestellt werden. Auf dieses Ziel wurde bereits auf dieser COP hingearbeitet. In den Verhandlungen ging es darum den rechtlichen Teil des Pariser Abkommens zu konkretisieren.

Da mit Fidschi zum ersten Mal ein kleiner pazifischer Inselstaat die Präsidentschaft auf der Klimakonferenz inne hatte, waren die Rechte indigener Menschen ein besonders wichtiges Thema. Erstmals wurde eine Plattform für indigene Völker eingerichtet. Die Indigenous People’s Platform ermöglicht ein sinnvolles Einbinden des Wissens indigener Völkern in den Kampf gegen den Klimawandel. Indigene Völker leben seit vielen tausend Jahren im Einklang mit der Natur. Nun sollen sie die Möglichkeit bekommen, ihr Wissen an Gesellschaften, die diese Balance nicht halten können, weiterzugeben.

Zu den großen Errungenschaften dieser Klimakonferenz gehört auch der Gender Action Plan (GAP). In diesem ist festgelegt, dass Frauen von nun an 50 Prozent der Delegierten auf der COP ausmachen sollen und dass beim Kampf gegen den Klimawandel vermehrt Frauen unterstützt werden. Dies birgt vor allem für Entwicklungsländer eine große Chance: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern hilft, Resilienz in den vom Klimawandel betroffenen Regionen zu schaffen.

Zudem soll bis zur nächsten Klimakonferenz der sogenannte Talanoa Dialog oder Facilitative Dialogue stattfinden. Starten sollte dieser offene Dialog ab Jänner 2018 und soll die einzelnen Länder dazu ermutigen, ihre Klimaziele ambitionierter zu gestalten. Diese werden nämlich ab 2020 im 5-Jahreszyklus erneuert und bieten so wieder und wieder die Chance, mehr Ambitionen in den Klimaschutz zu stecken. Folgenden drei Fragen wird dabei nachgegangen: Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Und wie kommen wir dorthin? Durch die Einbindung von Experten, NGOs und Zivilbevölkerung wird mehr Ehrgeiz beim Stecken der Klimaziele erwartet. Zudem erscheint im November 2018 der aktuelle IPCC Bericht, in dem festgehalten wird, wie nahe wir uns am 1.5-Grad Ziel befinden. Dieser Bericht soll außerdem in den Talanoa-Dialog Eingang finden, wie dies geschehen soll,  ist jedoch noch unklar.

Ein weiteres, viel diskutiertes Thema auf dieser Klimakonferenz waren “Schäden und Verlust”, also loss and damage. Hier geht es darum, welche Entwicklungsländer wann wieviel Geld bekommen,  um mit den Folgen des Klimawandels, also zum Beispiel Naturkatastrophen umgehen zu können. In den Ergebnistexten der diesjährigen COP wird die Wichtigkeit dieses Themas betont – ein wichtiger erster Schritt für viele betroffene Staaten. Einige Länder haben vergeblich darauf gehofft, dass dazu bereits konkrete Handlungsansätze beschlossen werden würden. Neben ‘loss and damage’ wurde auch das Thema Landwirtschaft diskutiert. Eine eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppe wird dieses elementare Thema weiter behandeln.

Ein großer Erfolg ist der Zusammenschluss von über 20 Länder unter der Führung von Kanada und Großbritannien, die sich dazu verpflichtet haben, aus dem fossilen Brennstoff Kohle auszusteigen. Bis 2018 sollen sich in der sogenannte “Powering Past Coal- Alliance” mindestens 50 Länder verpflichten.

Heiß diskutiert wurden auch die pre-2020-goals, also die Klimaziele vor 2020. Diese werden noch nicht durch das Pariser Abkommen geregelt, sondern durch das Kyoto-Protokoll, das 1997 beschlossen und in Doha bis 2020 verlängert wurde. In diesem Abkommen sind lediglich die Industrieländer zu Emissionenseinsparungen verpflichtet, während die Entwicklungsländer Gelder zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung bekommen. Aus diesem Grund pochen besonders Länder des globalen Südens auf die Wichtigkeit dieser Ziele.
Auch sie sollen im Talanoa-Dialog zum Thema gemacht werden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass diese COP eine Art “Zwischenkonferenz” war, die eine Brücke zwischen dem Beschluss des Pariser Abkommens und der praktischen Umsetzung des Abkommens schlägt. Dies mag zwar im ersten Moment unwichtig klingen, kann aber einen großen Unterschied bei der Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele machen. Zudem wurden in Sachen Inklusion zwei große Schritte gemacht: Sowohl der Gender Action Plan als auch die Indigenous People’s Platform wurden erstmals beschlossen.
Auch die Diskussionen, die im Talanoa-Dialog geführt werden sollen, sind von extremer Wichtigkeit, da die Klimaziele aller Länder um vieles ambitionierter sein müssten, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen.