Spagat zwischen Klimaschutz und Autoindustrie

Statt Strafen und Sanktionen soll ein Anreizsystem für die Autoindustrie geschaffen werden. Einzig die CO2-Vorgaben bleiben weiterhin verbindlich.

Die EU hat soeben stärkere Klimaschutzvorgaben für Autos beschlossen. So sollen bis zum Jahr 2030 Autos um 30% weniger CO2 ausstoßen und 30% der verkauften Autos emissionsarme Fahrzeuge sein. Während mit diesem Paket versucht wird, die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen, sieht sich die Autoindustrie in Europa in Gefahr. Der europäische Autoherstellerverband ACAE bezeichnet die Ziele als unrealistisch und sieht die Innovationskraft der Industrie in EU-Vorgaben erstickt.

Dennoch werden strikte Vorgaben und Verbindlichkeiten abgelehnt – wie zum Beispiele eine E-Auto-Quote – stattdessen sollen Autohersteller, welche die Ziele übertreffen mit Bonuspunkten belohnt werden. Ebenso wird es keine Sanktionen geben, wenn ein Autohersteller den Marktanteil mit emissionsarmen Fahrzeuge nicht erreicht. Strafen bei Überschreitung der Grenzwerte bleiben jedoch bestehen.

Gleichzeitig soll europaweit das Netz an Elektrotankstellen ausgebaut werden, um einerseits eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, andererseits auch um über diesen Weg weiter Anreize für die Autoindustrie zu schaffen.

Meiner Meinung nach sind die Ziele der EU nach wie vor zu niedrig angesetzt. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Autoindustrie Großes erreichen kann, wenn sie nur möchte. Leistungsstarke Verbrennungsmotor sind leider nach wie vor ein Statussymbol der Reichen und Schönen, aber auch des kleinen Mannes. Ändert der Kunde seine Wünsche hinsichtlich des Motors, so wird auch die Industrie von dieser Seite unter Zugzwang gesetzt.


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