Welt retten kinderleicht gemacht- wie Schokolade und Bäume Zukunft schaffen

Eine Geschichte über Kinder, die selbst ihre Zukunft mitgestalten und gegen den Klimawandel kämpfen.

Acht Uhr dreißig, ein neuer Tag auf der COP23 beginnt. Zwischen Delegierten in schwarzen Anzügen, die gestresst ihren Kaffee hinunterschütten und Neuankömmlingen, die Lagepläne studieren, steht gelassen Lucas Hernandez Garcia. Der junge Mann mit vollem Bart und breitem Lächeln ist hellwach und gut gelaunt. Jeden Morgen verteilt der 23-jährige hier die sogenannte Change Chocolate und wirbt damit auf unkonventionelle Weise für das Projekt. Auch sein T-Shirt gibt Auskunft darüber: Plant for the Planet steht in grüner Schrift über einer Graphik.

Seit rund einem Jahr setzt sich der junge Mann für das Projekt Plant for the Planet ein. Die Organisation wurde 2007 von dem erst 9-jährigen Felix Finkberger in Deutschland gegründet: Damals war die Vision des Bubens, dass Kinder in weltweit eine Million Bäume pflanzen. Dieses Ziel hat die Organisation bereits erreicht. Grund genug, sich noch ambitioniertere Ziele zu stecken. Nun wollen sie weltweit 1 Milliarde Bäume pflanzen. Damit will die NGO Jugendliche dazu animieren, selbst ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Was als SchülerInneninitiative anfing, ist mittlerweile eine weltweite Bewegung: 10.000 Kinder zwischen 9 und 25 Jahren pflanzen heute in den verschiedensten Ländern Bäume.

Organisiert werden die Initiativen über einzelne kleinere NGOs, die mit Plant for the Planet kollaborieren. Auch Lucas hat eine davon mit gegründet. Coexiste heisst die Organisation, erzählt er stolz. Junge Menschen seien der Schlüssel zur Lösung der globalen Klimakrise, versichert er.  “In unseren Projekten nehmen wir die TeilnehmerInnen und ihre Meinungen ernst, egal wie alt sie sind oder woher sie kommen.” Dieser Respekt fehlt ihm oft in internationalen Verhandlungen wie denen, die aktuell hier auf der COP23 stattfinden.

Deshalb glaubt er nicht, dass Klimapolitik die Lösung der Probleme ist, die mit dem Klimawandel einhergehen: ”Die COP ist doch nur Gerede und durchs Reden verändert sich nichts.” Lucas will aber sicherstellen, dass sich etwas ändert. Deshalb möchte er Kindern beibringen, auf unseren Planeten aufzupassen und ihnen die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden. “Man muss ihnen zeigen, dass sie etwas tun können, obwohl sie jung sind”, meint er und seine braunen Augen glitzern.

Eigentlich hat Lucas Public Relations studiert und zuvor 4 Jahre in der Politik gearbeitet. “Ich habe mich nicht für Klimaschutz interessiert, aber in das Projekt habe ich mich verliebt”, der junge Mann rückt ein bisschen nervös seine dunkelgrüne Haube zurecht. Nachdem ihn ein Freund überredet hat, sich bei einer Tagung in Deutschland mit der Initiative vertraut zu machen, hat es ihn nicht mehr losgelassen. Plant for the Planet sei perfekt für ihn, weil er schon immer gerne mit Kindern gearbeitet hat, meint er und grinst zufrieden.

Seit der Tagung in Deutschland ist er begeistert dabei und feiert beträchtliche Erfolge seines Engagements: Nach sechs Monaten, in denen die Umweltaktivisten an die Tür des Bildungsministeriums in Cancun geklopft haben, wurde Ihnen genehmigt, mit allen 140 öffentlichen Schulen in der Stadt zu arbeiten. So ein Schritt ist noch wenigen anderen Organisationen gelungen, meint Lucas und in seiner Stimme liegt herrlicher Triumph.

Die Idee mit der Schokolade stammt übrigens von den Kinder selbst – sie waren der Meinung, dass Schoko Menschen und vor allem Kinder aus aller Welt begeistert und sich diese  besonders gut für das Verbreiten ihrer Anliegen eignet.


Links:

https://www.plant-for-the-planet.org

MerkenMerken