Ausblick auf die COP25

Diesen Montag beginnt die 25. UN-Klimakonferenz und wird von da an zwei Wochen lang in Madrid, Spanien, stattfinden. Aber was passiert dieses Jahr überhaupt auf der COP? Was wird verhandelt, welche Outcomes werden erwartet und wo steht diese COP im Vergleich zu den vorigen und den kommenden?

Was die COP ist, hat Klimareporter.in Saskia schon in einem anderen Artikel erklärt. Falls ihr den noch nicht kennt, könnt ihr ihn hier nachlesen. 

Was wird verhandelt?

Obwohl die COP aufgrund der Unruhen in Chile nach Spanien verlegt wurde, hat Chile nach wie vor die Präsidentschaft inne. Im Zeichen Chiles legt diese COP ihren Fokus auf indigene Völker und Ozeane – sie ist also eine sogenannte “Blue COP”.

Seit der COP21 liegt der Hauptfokus der Verhandlungen auf dem Pariser Klimaabkommen.

2015 auf der COP21 in Paris wurde das “Was?” beschlossen, letztes Jahr in Katowice, Polen, wurde das Regelwerk zum Pariser Klimaabkommen geschrieben, also das “Wie?”. Alle Punkte, die vom letzten Jahr noch offen geblieben sind, werden dieses Jahr verhandelt. Dazu gehören:

Loss and Damage (Verluste & Schäden)

Schäden, die durch die Klimakrise verursacht werden, sind in der bisherigen Finanzierung nicht inkludiert. Vor allem „vulnerable“ (am stärksten betroffene) Staaten verlangen eine Art Versicherung, die z.B. Infrastrukturaufbau und Übersiedlungen abdeckt. Problem hier ist die Berechenbarkeit der Kosten. Kein Staat will diese unabsehbaren Kosten zusagen. Damit verbunden wäre nämlich auch ein teilweises Eingeständnis der Verantwortung an Auswirkungen der Klimakrise. 

Marktmechanismen

Der Artikel 6 des Pariser Klimaabkommen beschäftigt sich mit Marktmechanismen, also wirtschaftlichen Anreizen um CO2-Emissionen einzusparen.

1. Es soll ein globaler Emissionshandel zwischen Ländern eingeführt werden. Das größte Problem dabei sind sogenannte “Doppelzählungen”. Dabei werden eingesparte Emissionen, die bereits woanders eingerechnet wurden, also zum Beispiel im Clean Development Mechanism, also im Kyoto Protokoll, nochmal mittels des Paris Agreement gezählt. Es wird also ein und dieselbe Einsparung für zwei verschiedene Verträge verwendet. Brasilien blockiert besonders, wenn es darum geht, Doppelzählungen zu verhindern.

2. Ein weiterer Punkt wird der der projektbasierte Investitionen zwischen öffentlichen und privaten Geldgebern sein. Von diesen Investitionen soll der Rahmen festgelegt werden- wer zahlt wofür wie viel? 

3. Außerdem Teil des Artikel 6 sind „Non-Market“-Mechanismen, die bei der Erreichung der von Ländern gesteckten Ziele helfen sollen. Zu diesen Mechanismen soll ein Rahmenwerk verfasst werden. Ohne dieses Rahmenwerk würde es undefiniert bleiben, was überhaupt unter “Non-Market” fällt. Eindeutige Beispiele dafür sind zum Beispiel Finanz- und Wissensflüsse ohne eigentlichen Handel.

Madrid by (c) Jorge Fernández Salas on Unsplash

Gender Action Plan

Hier werden die verstärkten Auswirkungen der Klimakrise auf Frauen thematisiert. Auch das Geschlechterverhältnis in den Delegationen soll ausgeglichen sein. Einige Länder, hauptsächlich im arabischen Raum, wehren sich dagegen.

Welche Outcomes sind zu erwarten?

Diese COP wird im Vergleich zu der letzten in Katowice eine sehr technische COP. Nicht jede COP bringt gleich viele große, politische Veränderung. Bei vielen werden einfach Vorbereitungen getroffen und technische Details besprochen. Einzelne Punkte, die letztes Jahr bei der COP offenblieben, werden weiter ausverhandelt. Außerdem werden Vorbereitungen dafür getroffen, dass die nationalen Klimaziele der Staaten (NDCs) 2020 bindend werden.

Was passiert die nächsten Jahre?

Nächstes Jahr wird die COP voraussichtlich in Glasgow, Schottland, stattfinden. Die COP26 ist genau fünf Jahre nach dem großen Meilenstein der COP21 in Paris. Dies ist im Kontext des Pariser Klimaabkommen besonders relevant, weil 2020 die Vertragsstaaten das erste Mal ihre nationalen Klima- und Energieziele (NDCs) verschärfen müssen.

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