TEDxVienna 2017: “On the edge is where we stand”

Ende Oktober war es wieder soweit: die TedxVienna startete im ausverkauften Volkstheater in die nächste Runde. Dieses Jahr unter dem Motto: „On the Edge“. Wir KlimareporterInnen waren auch dabei.

„On the edge“ bedeutet auf gut Deutsch so viel wie „an der Grenze“ bzw. „am Rande“

„walking on the edge“ – heißt übersetzt „am Rande des Abgrunds gehen“

„Living on the edge“ – „gefährlich leben“

„being on the edge“ – hat also zumeist etwas Negatives als Folge:

„to be on the edge of extinction“ – „vom Aussterben bedroht sein“

„to be on the edge of a disaster“ – „kurz vor dem Untergang stehen“

obwohl „to be on the edge of doing something“ lediglich bedeutet „im Begriff sein etwas zu tun“

Was wenn „the edge“ den Beginn von etwas Neuem impliziert? Was wenn „on the edge“ so viel bedeutet wie “vor einem großen Durchbruch zu stehen”? Also den Durchbruch zu etwas Neuem und das Loslösen des alten Systems. Es liegt in unserer Hand, ob wir uns „on the edge of extinction“ oder „on the edge of a breakthrough“ befinden. Definitiv befinden wir uns in einer Zeit, geprägt von exponentiellem Wachstum in Technik und Wissenschaft. Aber auch in einer Zeit der Grenzerfahrungen von Individuen gekennzeichnet durch an den Rand getriebener Teile der Gesellschaft.

Unumstritten ist – wir befinden uns am Rande weitreichender Veränderungen. Auf der TEDxVienna haben die zahlreichen “speakers” genau von solchen Veränderungen und Grenzerfahrungen erzählt. Als Klimareporterin hat mich besonders die 13-jährige US-Amerikanerin Maanasa Mendu fasziniert. Ihre Erfindung könnte eine globale Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen gewährleisten. Auch dem Energiesektor steht ein großer Wandel bevor. Die Nutzung fossiler Brennstoffe ist nur noch für begrenzte Zeit möglich, weshalb die Entwicklung effizienter Alternativen längst überfällig ist.

Gemeinsam mit ihren Eltern besucht Maanasa seit sie denken kann jährlich ihre Verwandten in Indien. Sie war schockiert, als sie Kinder beobachtete, die nach Sonnenuntergang nicht mehr als eine Öllampe hatten, um zu lesen. Dadurch wurde ihr nachdrücklich bewusst, dass eine Lösung für dieses Problem drängt. Eine, die sowohl kostengünstig, als auch weltweit anwendbar sein muss. Im Alter von nur elf Jahren entwickelte sie das Gerät „HARVEST“, welches die Kraft von Wind und Niederschlag zu elektrischer Energie umwandelt. Dafür hat sie sich den Piezo Effekt zu Nutze gemacht.

Den Piezo Effekt kennt man womöglich, durch Böden welche zu leuchten beginnen, wenn man auf sie steigt. Er wird durch bestimmte Materialien hervorgerufen, welche durch das Wirken von mechanischem Stress, in diesem Fall Wind und Niederschlag, elektrische Ladung erzeugen. Zusätzlich sind auf ihrer Erfindung organische Photovoltaikzellen – sogenannte „leaf appendages“ – also „Blattanhängsel“ montiert. Angebracht an einer Plastikflasche wird Energie “geerntet”, welche zu einem Notstromaggregat kombiniert und in Einzelhaushalten Anwendung  finden könnte. Auch weiterhin will Maanasa ihre Idee weiterentwickeln und hofft darauf, dass hinsichtlich der zukünftigen Energieversorgung noch viele neue und innovative Ideen entstehen. Genau auf das hoffen auch wir.