Was der Klimawandel mit den Schneemassen zu tun hat.

„Wenn sich die Erde erwärmt, wie kann es dann sein, dass es so viel schneit?“ Eine klassische Stammtisch-Aussage. Oder auch eine Äußerung des amerikanischen Präsidenten. Global gesehen wird und gibt es bereits immer weniger Schnee und die Temperaturen steigen. Wie aber hängen dann die aktuellen Schneemassen in den Alpen mit dem Klimawandel zusammen?

Zuerst einmal muss der Unterschied zwischen Wetter und Klima deutlich gemacht werden. Wetter ist der momentane Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt oder einem kurzen Zeitraum von einigen Stunde bis hin zu wenigen Tagen. Die Größen, anhand denen das Wetter gemessen wird, sind Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftfeuchte, Bewölkung und Niederschlag.

Klima hingegen ist der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort bzw. in einem bestimmten Gebiet über einen längeren Zeitraum. Die Zeitspanne ist hier der WMO – World Meteorological Organization – nach mindestens 30 Jahre.

Aktuell ist das Wetter in Mitteleuropa von feuchten Strömungen aus dem Nordatlantik geprägt. Diese feuchte Luft kommt von Westen her zu uns und staut sich an den Alpen an und regnet dort ab. In den höheren Lagen erfolgt das durch die niedrigeren Temperaturen anhand von nassem, schwerem Schnee und in den Tälern aber gibt es großteils nur Regen. Grundsätzlich ist das die normale Entstehung von Schnee, jedoch ist laut Markus Wadsak, der Leiter der ORF-Wetter-Redaktion, dieser Winter in Österreich im Durchschnitt gesehen um zwei Grad zu warm.

Grundsätzlich ist es nötig, ganz Österreich zu betrachten und nicht nur das aktuelle Extremwetterereignis an der Alpennordseite. Denn für gewöhnlich wechseln hierzulande die Hoch- und Tiefdruckgebiete im Rhythmus von 5-7 Tagen, zurzeit dauert die Wetterlage jedoch bereits 12 Tage an. Dieser andauernde Schneefall steht laut Meteorologen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Grund dafür ist die Erwärmung der Ozeane und der nördlichen Hemisphäre, durch die die Temperaturunterschiede zwischen Norden und Süden abnehmen. Dadurch werden die vorherrschenden Luftströmungen blockiert und das Wetter ändert sich über einen längeren Zeitraum nicht.

Der Klimawandel erzeugt also nicht nur lange Trockenperioden in den Sommermonaten, sondern auch, verursacht durch die steigende Temperatur und folglich höhere Luftfeuchtigkeit, zu starke Regenfällen und wie aktuell große Schneemassen. Folglich werden in Zukunft solche Extremwetterereignisse, wie wir es die letzten zwei Wochen erlebt haben, öfter vorkommen.