Was du in der Selbstisolation tun oder auch lassen kannst

Den einen ist furchtbar langweilig, die anderen sind im Unistress oder fühlen sich schon überfordert von all den Fitness-Tutorials, Zoom-Konferenzen und Selbstoptimierungs-Tipps. Die einen wollen unbedingt fitter, produktiver, schlauer aus dieser Zeit herauskommen, den anderen geht genau dieser Druck bereits auf die Nerven. Wir befinden uns inmitten der globalen Corona-Pandemie und sofern wir keinen SystemerhalterInnen-Beruf haben, müssen wir uns selbst isolieren und zuhause bleiben. In Österreich sind wir derzeit in Woche 2 der Ausgangsbeschränkungen, und es wird noch ein Weilchen dauern, bis diese wieder aufgehoben werden, zumindest bis zum 13. April. Jeder und jede geht anders mit dieser Zeit um. In diesem Blogpost möchte ich teilen, wie ich mit der Selbstisolation umgehe. Also für den Fall, dass du dein Zimmer bereits dreimal um- und aufgeräumt oder deine Lieblingsserie fertiggeschaut hast, ist hier vielleicht die ein oder andere Inspiration für dich dabei, was du in deiner restlichen Zeit zuhause tun oder auch lassen kannst.

„Self care

Ich persönlich habe mich die ersten Tage der Selbstisolation erst einmal an die Situation gewöhnen müssen. Sie war, wie wahrscheinlich für viele, eine sehr große Umstellung für mich, die mit ungewohnten Gefühlen einherging. Daher habe ich mir die ersten Tage möglichst viel Zeit genommen, um Dinge zu tun, die mir guttun. Bei mir sind diese Yoga, tanzen, was Gutes essen, Musik hören. Dinge, für die ich mir sonst eh viel zu wenig Zeit nehme. Und siehe da, mit jedem zusätzlichen Tag daheim hab‘ ich mich tatsächlich besser gefühlt.

Medienkonsum reduzieren

Die Corona-Pandemie stellt eine völlig neue Bedrohung dar, es überschlagen sich die negativen Nachrichten und abgesehen von Fernsehen und Zeitungen sind auch die sozialen Medien voll davon. In den ersten Tagen der Selbstisolation habe ich ständig die aktuelle Lage verfolgt und mein Nervenkostüm war davon völlig überreizt. Und sosehr ich es für wichtig erachte, über das aktuelle Geschehen informiert zu bleiben, irgendwann war es zu viel. Daher habe ich beschlossen, meinen Nachrichtenkonsum auf zweimal täglich zu reduzieren. In der Früh, aber nicht gleich nach dem Aufstehen, lese ich ein Kurzupdate von Nachrichtenseiten auf Instagram und am Abend schaue ich die Zeit im Bild. Das klingt für manche vielleicht immer noch nach sehr viel, natürlich ist es auch okay, sich weit weniger oft die Nachrichten anzuschauen. Für mich passt es so aber gut.

Tagesstruktur

Ich persönlich mache mir bereits seit dem Anfang meiner Selbstisolation für jeden Tag eine To-Do-Liste. Da stehen Sachen drauf wie „Unizeug X machen“ oder „Email Y schreiben“, aber auch „Oma anrufen“ oder „Tanzchoreo lernen“. So schaffe ich mir eine gewisse Tagesstruktur, die aber trotzdem flexibel handhabbar ist. Wichtig ist es für mich, nicht streng zu mir zu sein, wenn sich ein verschiebbares To-Do mal nicht ausgeht und auf den nächsten Tag verschoben wird, die Zeit der Selbstisolation ist schließlich noch lang genug. Natürlich gibt es aber auch Deadlines, die eingehalten werden müssen und mir ist außerdem bewusst, dass es ein unglaubliches Privileg ist, mir als Studentin die Zeit überhaupt so frei einteilen zu können.

Produktivität

Was diese Liste hier auf keinen Fall tun will, ist Druck zu erzeugen. Druck, die eigenen Hobbies zu erkunden, Druck, jeden Tag Sport zu machen oder Druck, genauso viel wie möglich für die Uni hinzukriegen. Es ist okay, während dieser Quarantäne-Zeit ständig beschäftigt zu sein, es ist aber genauso okay, einfach mal nichts zu tun, obwohl man „diese Zeit doch so gut nutzen könnte.“ Weder das eine noch das andere macht dich zu einem besseren oder schlechteren Menschen. Ich persönlich tappe normalerweise auch oft in die Falle, dass ich einen „produktivity guilt“ fühle, also eine Art innere Unruhe, wenn ich das Gefühl habe, unproduktiv zu sein. Gerade in Zeiten einer globalen Pandemie sollten wir jedoch versuchen, dieses Gefühl loszulassen.

Reflexion

Ich glaube zwar nicht zwangsläufig, dass wir aus dieser Krise etwas „lernen müssen“, es ist und bleibt eine Krise. Trotzdem habe ich mir persönlich vorgenommen, viel Tagebuch zu schreiben und über diese Zeit zu reflektieren. Einerseits, weil mir Schreiben einfach hilft, meine Gedanken zu sortieren und andererseits, um das Geschriebene zu einem späteren Zeitpunkt wieder lesen und mich erinnern zu können. Des Weiteren möchte ich mir anschauen, was ich aus dieser Zeit über mich selbst lernen kann. Was ist mir wichtig? Und warum nehme ich mir normalerweise viel zu wenig Zeit für genau diese Dinge? Was kann ich für mich aus dieser Zeit mitnehmen?

Da das hier aber immer noch KlimareporterIn ist, folgen nun noch ein paar umweltschutzbezogene Selbstisolations-Tipps:

  • Die vegetarischen/veganen Kochbücher oder das Internet nach leckeren Rezepten durchforsten
  • Den Kleiderschrank aussortieren und das Gewand für den nächsten Kleidertausch aufbewahren
  • Endlich mal die Umweltdoku X schauen oder das Buch über Thema Y lesen, das dich schon länger interessiert. Doku-Tipps wären zum BeispielTomorrow oderThe true cost, eine Buchempfehlung wäre 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert von Yuval Noah Harari.
  • Basteln bzw. Upcycling: Brauchst du noch Deko für dein Zimmer oder willst endlich mal ein persönliches selbstgebasteltes Geschenk verschenken (oder im Moment wohl leider eher versenden)? Jetzt ist die Zeit dafür!

Backzeit!

Zufällig zu viele Bananen gehamstert? Dann ist‘s Zeit für Bananenbrot! Ich habe letzte Woche eines gemacht und das war eine ziemlich gute Entscheidung. Ich habe dafür folgendes Rezept von Alexa Grassmann (@alexasearth auf Instagram) verwendet:

Zutaten

  • 6 Bananen (5 für den Teig, eine für oben drauf, am besten sind diese schon ein wenig braun)
  • 100 g Haferflocken
  • 100g Mehl
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 100 ml Wasser
  • 1 Teelöfel Chiasamen, in Wasser eingeweicht
  • Nüsse
  • Beeren
  • 3 Datteln
  • 1 Teelöffel Kokos- oder anderes Öl

Zubereitung

Die Zubereitung ist wirklich einfach, es wird einfach alles bis auf die Nüsse und Beeren zusammengemischt. Nüsse, Beeren und die letzte Banane kommen dann oben drauf, hier können aber auch nur Nüsse, nur Beeren, Kekse oder alles was sonst das Herz begehrt verwendet werden. Dann wird das Bananenbrot bei 180 Grad 40-50 Minuten gebacken und dann kann es auch schon genossen werden.

Zum Schluss noch einige unterstützenswerte Initiativen:

  • -Die Aktivistin und Autorin Nunu Kaller hat eine Plattform geschaffen, auf der kleine österreichische Unternehmen aufgelistet werden, die online versenden. Wenn du also etwas dringend benötigst, schau‘ mal auf nunukaller.com vorbei, anstatt bei Amazon & Co. Zu bestellen.
  • Stylische Maske gefällig? Meine liebe Cousine Daniela, die mit ihrem Label bandha sonst Beutel, Täschchen oder Armbänder zaubert, hat nun auch Gesichtsmasken in unterschiedlichen Designs im Angebot. Ihre Upcycling-Produkte sind nachhaltig und vegan. Gefunden werden können diese unter @bandha_vienna auf Instagram.

Fällt dir die zuhause schon die Decke auf den Kopf oder möchtest du einfach etwas Sinnvolles in dieser Krise beitragen und weißt noch nicht wie? Hier ein paar Optionen:

  • #Nachbarschaftschallenge: Biete älteren Menschen oder Menschen aus anderen Risikogruppen an, für sie einkaufen zu gehen. Häng‘ dafür zum Beispiel einen Zettel in deinem Wohnhaus auf. Diese kleine Geste kann für jemand anderen viel bewirken und außerdem den Zusammenhalt innerhalb einer Wohngemeinschaft nachhaltig stärken.
  • Freiwillige HelferInnen sucht auch die Caritas. Hier kann man zum Beispiel Wärmestuben unterstützen oder auch eine eigene Initiative starten.
  •  Ausgleich zum sitzenden Uni-Alltag gefällig oder Lust, mal etwas ganz anderes auszuprobieren? Derzeit wird händeringend nach ErntehelferInnen gesucht, deren Tätigkeit auch entlohnt werden soll. Unter dielebensmittelhelfer.at findet man alle Infos dazu, gearbeitet werden kann Vollzeit, aber auch nur wenige Stunden pro Woche.

Baba und bleibt’s gsund!