Das Bio-Gütesiegel – Zwischen Vertrauen und Fakten

Bio ist längst kein Trend mehr, sondern der Anspruch einer Vielzahl an Konsumentinnen und Konsumenten. Um biologisch erzeugte Produkte von konventionellen unterscheiden zu können, gibt es Labels. Doch was sagt das Label aus und darf ich jedem vertrauen?

Steigende Nachfrage lässt den Handel das Bio-Segment ausbauen. Um den Kunden zu ködern, werden Logos, bunte Schriftzüge und auf „grün“ getrimmte Verpackungen benutzt. Experten und Expertinnen sind sich einig: es gibt zu viele Gütesiegel, wodurch die KonsumentInneninformation nicht mehr gegeben ist. Die Informationsarbeit obliegt der Kundin oder dem Kunden – zu diesem Zweck hat die Plattform Bewusstkaufen.at des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich eine Informationswebsite zu den diversen Siegeln eingerichtet.

Das EU-Biosiegel

Grundsätzlich gilt: jedes Bio-Lebensmittel in der EU muss seit dem 1. Juli 2010 mit diesem Gütesiegel ausgezeichnet sein. Zusätzlich gibt es eine Bio-Kontrollnummer und eine Ausweisung der Zutaten nach „EU“ und „Nicht-EU“.

Das AMA-Biozeichen

Das kreisrunde AMA-Biosiegel gibt an, dass das Bioprodukt aus Österreich stammt. Einzig Zutaten, welche es in Österreich nicht gibt, sind durch Zukauf in gleicher Qualität erlaubt. Die Kontrolle der Betriebe erfolgt durch externe Stellen mindestens einmal jährlich.

Das schwarz-weiße kreisrunde AMA-Biozeichen markiert Bio-Produkte, deren Rohstoffe nicht aus Österreich kommen. Woher diese genau stammen, ist für die Konsumentin oder den Konsumenten nicht ersichtlich.

Weitere Biosiegel

So haben große Supermarktketten ihre Bio-Eigenmarken. Die Richtlinien einer Eigenmarke entsprechen den gesetzlichen Standards und haben oftmals zusätzliche Vorgaben. Zu Bedenken gilt jedoch, dass  Kriterien von den Supermärkten eigens festgelegt und so jederzeit geändert werden können. In jedem Fall müssen die gesetzlichen Standards eingehalten werden.

Auf welches Gütesiegel soll ich nun achten?

Experten raten, sich vor dem Kauf damit auseinander zu setzen, welche persönlichen Kriterien man als KonsumentIn hat. Anschließend gilt es das passende Gütesiegel zu finden und beim Einkauf auf dieses zu achten.

Zum Beispiel: Wem etwa die regionale Herkunft der Lebensmittel besonders wichtig ist und heimische Bauern fördern sowie den CO2-Fußabdruck durch kurze Transportwege möglichst gering halten möchte,  sollte auf das rote AMA-Biozeichen achten.