Mit Geld die Welt retten – Klimafinanzierung

“Geld regiert die Welt“ – aber gilt dieser Spruch auch für den Klimaschutz?
Um Klimaschutzmaßnahmen und -Projekte umsetzen zu können, werden jedenfalls große Geldsummen benötigt. Eine Grundlage für die Finanzierung dieser Projekte ist die „Internationale Klimafinanzierung“.

Bei der internationalen Klimafinanzierung geht es darum, Entwicklungsländer im Bereich Klimaschutz finanziell zu unterstützen. Das kann sowohl über bilaterale als auch über multilaterale Übereinkommen abgewickelt werden.

Bilaterale Finanzierungsmodelle

Bei bilateralen Finanzierungsmodellen setzen Staaten Projekte direkt in so genannten Entwicklungsländern um, natürlich in Absprache mit den dortigen Regierungen, NGOs und Organisationen. Dr. Gertraud Wollansky, seit langem Mitglied der österreichischen Klimadelegation und Co-Facilitator bei Verhandlungen der UNFCCC, ist Expertin für Klimafinanzierung und erklärt uns das bilaterale Modell. Es habe viele Vorteile, erzählt sie: „Hier gibt es mehr Möglichkeiten der direkten Zusammenarbeit, es ist einfacher, gezielt auf die individuelle Problemstellung einzugehen.“

Weiters führt Wollansky aus, wie Österreich diese Förderungen vergibt: „Meist entscheiden wir nach Erfahrung und bereits bestehenden Zusammenarbeiten. Wir sind immer aktiv auf der Suche nach sinnvollen Projekten, die wir so unterstützen und fördern können“. Direkte Gegenleistungen werden von den Entwicklungsstaaten nicht erwartet, Ziel ist einfach, dass das Projekt gut verläuft.

Multilaterale Finanzierungsmodelle: Green Climate Fund (GCF)

Ein multilaterales Instrument der internationalen Klimafinanzierung ist zum Beispiel der „Green Climate Fund“ (GCF). Dieser wurde 2009 im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) eingerichtet. Der Green Climate Fund ist eines der wesentlichen finanziellen, internationalen Instrumente zur Unterstützung von Klimawandelanpassungs- und -Vermeidungsprojekten in Entwicklungsländern.

Industriestaaten zahlen unterschiedlich hohe Beiträge in den internationalen Fond ein, die dann für Programme und Projekte zum Klimaschutz in Entwicklungsländern verwendet werden. Die GeldgeberInnen haben bei diesem Modell weniger Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Verwendung des Geldes zu nehmen, weil die Gremien des GCF darüber entscheiden, welche Projekte angenommen werden und welche nicht. Im Board des GCF, der die Vergabe der Projekte überwacht, sitzt auch ein Österreicher: Dr. Jose Delgado, der auch als Mitglied der österreichischen Klimadelegation in Marrakesch ist.

Der „Green Climate Fund“ ist ein weiteres Werkzeug der Klimafinanzierung. Obwohl die Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen (COP15) kein rechtsverbindliches Abkommen hervorbrachte, einigten sich die Staatschefs dort auf eine Erklärung, die den oben genannten Fond beinhaltet. Dieser soll transformative Maßnahme in großem Stil ermöglichen. Einfach erklärt bedeutet das: Es sollen nicht nur kleine Projekte, die gegen die aktuellen Probleme helfen, finanziert werden, sondern wirkliche Umstrukturierungen erfolgen, die es ermöglichen, Gesellschaft und Wirtschaft emissionsärmer zu gestalten. Österreich unterstützt diesen Fond vorerst mit 26 Millionen Euro, von denen der Großteil bereits eingezahlt wurde.

 Langfristige Planung noch nicht umgesetzt

Ein längerfristiger Budgetplan für die Klimafinanzierung wäre sowohl für die Verhandlungen, als auch für die Umsetzung diverser Maßnahmen von Vorteil.

Die Idee der Klimafinanzierung ist, Entwicklungsländern bei der herausfordernden Planung und Umsetzung von Klimamaßnahmen zu unterstützen. Dazu gehören die Reduktion von Treibhausgasemissionen, der Kapazitätsaufbau und die Klimaanpassung.

Auch wenn die bereits anrollende Klimafinanzierung, ob multi- oder bilateral ein Schritt in die richtige Richtung ist, geht es bei der großen Transformation hin zu einer klimafreundlichen Welt nicht nur ums Geld. Wichtig ist, dass die Menschen – PolitikerInnen wie betroffene Bevölkerung – offen für die Veränderungen sind, die diese Maßnahmen bringen und dass auf allen Ebenen ein Umdenken stattfindet. Dieses Umdenken wäre essentiell und unbezahlbar wichtig.