Startschuss für das Projekt Klimareporter.in 2016

Am letzten Septemberwochenende fiel der Startschuss für das Projekt klimareporter.in 2016. In einem dreitägigen Workshop zu den Themen Klimaschutz, Journalismus und Teambuilding bereiteten sich 30 Jugendliche für die Berichterstattung über den Klimagipfel in Marrakesch vor. So ist es uns dabei ergangen.

„Offensichtlich stammt der Mensch vom Elefanten ab“, spricht der blonde Junge mit ernster Miene in sein unsichtbares Mikrofon vor einem etwa drei Meter hohen Elefantenskelett: „Das erkennt man an der großen Verbreitung von Dickköpfen unter den Menschen.“

Wir befinden uns im Anthropologie-Institut der Uni Wien, das in den Räumlichkeiten des Universitätsgebäudes beim Franz-Josefs-Bahnhof untergebracht ist. Wir? Das ist eine bunt gemischte Gruppe Jugendlicher aus allen Teilen Österreichs, die eines verbindet: Wir wollen über die diesjährige UN Klimakonferenz in Marrakesch berichten und herausfinden, was genau dort eigentlich passiert. Wird es der Staatengemeinschaft gelingen, den Klimawandel aufzuhalten? Werden die Verträge eingehalten? Und: Warum ist das so wichtig?

Reporter spielen vor dem Elefanten

Bevor wir uns dem Klimawandel und den damit verbundenen Fragen zuwenden, geht es aber noch ins Journalismus-Bootcamp. Deshalb auch die eingangs beschriebene Interviewsituation: Vor dem Elefantenskelett, das im zweiten Stock des Gebäudes herumsteht, probieren wir aus, wie man sich als Reporterin oder Reporter vor der Kamera fühlt. Am Ende unseres dreitägigen Workshops, den das Umweltministerium und die Jugendumweltplattform JUMP organisieren, werden wir eine Straßen-Umfrage zum Klimawandel und einen Schreib-Workshop gemacht sowie einen Video-Teaser in die Kamera gesprochen haben. Außerdem werden wir zwei von uns bestimmen, im November nach Marrakesch zu fliegen. Aber dazu später mehr…

Die Klimakonferenzen-Veteranin

Zunächst einmal bekommen wir fachlichen Input von Gertraud Wollansky vom Umweltministerium, die für Österreich an der UN-Klimakonferenz teilnehmen wird. Seit 20 Jahren ist die Juristin Teil der 15-köpfigen österreichischen Klima-Delegation. Für uns hat sie eine Präsentation vorbereitet und stellt sich sodann einer Diskussion im “Fishbowl”-Format, in der wir alle Gelegenheit haben, sie mit unseren Fragen zu löchern. Kurze Zusammenfassung: Klimaverhandlungen seien wahnsinnig aufwendig und stressig, sagt Wollansky: „Eine richtige Rennerei.” Paris sei für sie ein ungeheuer schöner Moment gewesen. Wir diskutieren außerdem u.a. über die Rolle Chinas und die Frage, ob und welche Sanktionen drohen, wenn Staaten ihre Klimaziele verfehlen.

Was wir wollen

Ein wichtiger Teil unseres dreitägigen Trainings war es, eine Redaktionsteam aufzubauen und uns ein gemeinsames Ziel als Gruppe zu setzen: “Wir wollen durchschauen, was auf der Klimakonferenz passiert, und das für Jugendliche wie uns verständlich machen!” Zudem wollen wir spannende Themen rund um Umweltschutz aufgreifen und herausfinden, was jede und jeder von uns selbst tun kann. Diese Vision wird im Zentrum unserer Arbeit stehen und uns fortan begleiten. Auf einem Blog, einer dazugehörigen Facebook-Seite, auf Twitter und Youtube wollen wir diese Themen behandeln.

Um unsere unterschiedlichen Stärken effektiv zu nutzen, haben wir uns in die Departments Marketing, Grafik, Video, IT/Social Media und Recherche/Text aufgeteilt. Ab sofort recherchieren wir zum Thema, drehen Videos und knüpfen Kontakte zu Expertinnen und Experten.

Live aus Marrakesch berichten

Finanziert wird das Projekt klimareporter.in vom Umweltministerium, das auch die Reisekosten für eine Klimareporterin und einen -reporter nach Marrakesch übernimmt. Ein Punkt unseres dreitägigen Workshops war auch die Auswahl dieser beiden Personen, die im Auftrag der Redaktion zum Klimagipfel fahren und für die Redaktion vor Ort berichten: die quirlige Anna und der wuschelkopfige Christoph!

Bis am 7. November die UN-Klimakonferenz beginnt, treffen wir einander jede Woche in Redaktionssitzungen, um den Blog zu befüllen, Videos zu drehen und die notwendigen Vorarbeiten für die Berichterstattung im November zu schaffen.

Seid dabei und folgt uns auf unserem Blog, Facebook und Twitter!

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