Was macht die Bio-Gurke in der Plastikhülle?

„Kauf Bio, das ist gut für dich und für die Umwelt“- Das habe ich von klein auf mitbekommen. Und tatsächlich, laut einer Studie der TU Graz ist der CO2-Fußabdruck von Bioprodukten im Schnitt um 50% geringer als bei konventionellen Produkten.
Leider stellen uns Supermärkte offensichtlich vor ein Dilemma: Bio-Obst und Bio-Gemüse werden dort fast ausschließlich in Plastik verpackt.

Bio und Plastik- Wie passt das zusammen?

Tatsächlich schreibt eine EU-Richtline eine ausreichende Kennzeichnung von Bio-Produkten vor, damit diese eindeutig von konventionellen Produkten unterschieden werden können. Lose Produkte ohne eigene Kennzeichnung könnten ja im Supermarkt versehentlich zu konventionellen Produkten gelangen oder umgekehrt. Und da Plastikverpackungen bekanntlich günstig und vielfältig einsetzbar sind, wird meist darauf zurückgegriffen.

Warum werden dann ausgerechnet Bio-Produkte im Einzelhandel in Plastik verpackt und nicht das konventionelle Obst und Gemüse?

Das hat vor allem ökonomische Gründe: Bio-Produkte machen in Österreich nur einen kleinen Teil aller verkauften Produkte aus. Insgesamt wird durch die Verpackung von Bio-Obst und Bio-Gemüse immer noch weniger Plastik verbraucht als wenn stattdessen konventionelle Produkte eine Plastikhülle bekämen.
Zwar gibt es bereits Alternativen, wie zum Beispiel das Branding von Produkten. Viele dieser Methoden sind allerdings nicht für die gesamte Produktpalette einsetzbar, sind weniger sicher oder teurer als Plastik.

Wie kann ich beim Kauf von Bio-Produkten trotzdem auf Plastik verzichten?

Trotz allem ist man als Konsument nicht gezwungen, die Plastikverpackung von Bioprodukten hinzunehmen:
Gute regionale, biologische Produkte bekommt man beispielsweise im Biomarkt oder auf Bauernmärkten auch unverpackt. Wenn dort ausschließlich Bio-Produkte verkauft werden, ist außerdem eine Kennzeichnung zur Vermeidung von Verwechslungen nicht notwendig!