Schenk Zeit statt Zeug

Weihnachtsdekor und Lebkuchen gibt es ja bereits oft seit Ende September in den Geschäften zu finden, auch der eine oder andere Punsch kam dir vielleicht schon auf einem Christkindlmarkt unter. Und nun beginnt’s auch langsam im Radio mit den ersten Weihnachtsliedern.

Mit der Weihnachtszeit verbunden kommen auch die ersten Gedanken zu Geschenken auf. Aber seien wir uns ehrlich, die meisten von uns haben das Glück, mehr als genug zu haben. Menschen die man gerne hat und ein beheiztes Zuhause mit mehr Dingen, als Marie Kondō erlauben würde, da gehöre ich absolut dazu. Und doch wird einem jedes Jahr aufs Neue die Frage gestellt, was man sich denn wünscht. Oder man zerbricht sich selbst den Kopf darüber, was man den Liebsten schenken will.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Taxifahrt durch Wien vor zwei Jahren erinnern. Normalerweise leiste ich mir aus umweltschonenden Gründen und auch wegen des Preises kein Taxi. Doch an diesem Tag hatte ich es eilig und eine andere Option pünktlich zu erscheinen schien unmöglich. Auf der Strecke hat dann der Fahrer mit mir begonnen über die unterschiedlichsten Dinge zu plaudern. Schon bald kamen wir auf das Thema ‚Zeit‘ zu sprechen und der Klischee-besetzte kitschige Satz „Zeit ist das wichtigste Gut“ blieb mir stark im Gedächtnis.

Und wenn ich so an letzte Weihnachten denke, oder ganz gleich, auch zum Beispiel an meinen letzten Geburtstag, dann fallen mir auch auf Anhieb eher die Menschen ein, mit denen ich den Tag verbracht habe. Gemeinsam kochen, plaudern, beieinander sein. Anstatt Dinge, wie das zehnte Teehäferl mit amüsantem Spruch drauf, welches man dann doch eher ganz hinten ins Regal gibt, weil man eh schon lange eine Tasse besitzt, die man am liebsten täglich verwendet.

Um den Trend rund um Materialismus von „immer neue Dinge besitzen zu müssen“ in der Konsumgesellschaft ein bisschen zu brechen denn am umweltschonendsten für unsere Ressourcen ist es noch immer, nichts Neues anzuschaffen (das nicht absolut notwendig ist) ist uns im Team bei Klimarepoter.in das Thema „nachhaltiges Schenken“ untergekommen, von dem ich heute berichten möchte.

„Money spent is meaningless, but time spent is priceless.“

Zuerst dachte ich über verschiedene Rubriken nach, beste Freundin, Bruder, Wichtel/Engerl-Bengerl, Opa, etc. – doch eigentlich lässt sich Zeit schwer einem Geschlecht oder Rolle zuteilen. Also durchstöbert doch einfach die Ansammlung an Ideen und schaut, worauf ihr mit euren Liebsten am meisten Lust habt! 🙂

  • Gemeinsame Ausflüge:
    sei es eine Wanderung über den (hoffentlich bald) schneebedeckten Semmering, ein Spaziergang an der zugefrorenen Donau entlang oder eine Rodeltour? Im Rucksack einfach eine Jause, Thermoskanne mit Tee und einen dicken Pulli einpacken. Vielleicht ist das der richtige Anstoß, um so eine kleine Entdeckerreise mal endlich in die Tat umzusetzen. Genauso schön ist das schlendern über die Adventmärkte in ganz Österreich!
  • Anstatt Essen zu gehen, doch einmal gemeinsam Kochen:
    so kann man auf die besonderen Wünsche und Bedürfnisse der Anderen eingehen und beim Menü vielleicht auf ein Lebensmittel verzichten, wenn das sonst immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Lokalauswahl führt (Punkto Allergien). Oder sich einfach mal die Zeit nehmen, wenn es sonst eh immer nur ‚schnell-schnell‘ – ein Weckerl zum Mitnehmen für den Arbeits/Unitag ist. Gemeinsam ausgiebig und vielleicht aufwendig zu kochen und das ganze Event zu zelebrieren, vom ersten Nachwürzen bis zum letzten Biss!
Foto von Unsplash: Anita Austvika
  • And Action:
    Du weißt vielleicht, wie man einen Schal strickt und bist geduldig? Nimm dir doch die Zeit, verabrede dich mit deinem/deiner FreundIn und bring ihm/ihr das Stricken/ Häkeln etc. bei. Während er/sie am Schal sitzt, kannst du noch als Extra die passende Haube dazu erstellen. Oder das Fahrrad von Oma ist kaputt? Setzt euch doch zusammen und arbeitet gemeinsam daran, sie freut sich bestimmt über den Nachmittag, den du mit ihr verbringst.
  • Naturkosmetik DIY:
    Basteln wie damals, gemeinsam Lippenbalsam, Badebomben oder Seifen herstellen. Ich erinnere mich, dass ich im Kindergarten mal in der Gruppe eine Seife selbst gemacht habe. Seit dem aber nie wieder, doch wenn ich’s damals mit fünf schon schaffte, kann das doch gar nicht so kompliziert sein! Definitiv eine coole Idee, mit anderen bastel-begeisterten Menschen Hand anzupacken und kreativ zu sein.
Bild von Unsplash: Brooke Lark
  • Outdoorgames:
    Anstatt eines neuen Computerspiels für die Wii oder die Playstation kannst du auch deine FreundInnen/Geschwister an der Hand packen und raus auf die Wiese gehen. Eh klar. Doch kannst du dich dran erinnern, wann du das letzte Mal vom gemeinsamen Fußballspielen, dreckige Jeans hattest oder fallen dir so wie mir doch eher die Abende vorm großen Bildschirm ein?
    Als Alternative, passend zur kalten Jahreszeit, wärs doch auch fein gemeinsam Eislaufen, Skifahren oder Rodeln zu gehen!
  • Vorlesen:
    das klingt auf den ersten Blick vielleicht eher langweilig, aber ich liebe es immer noch, wenn mir meine Eltern vorlesen und wenn es auch nur das Horoskop aus der Zeitung ist. Pack doch dein Lieblingsbuch ein, macht euch eine Kanne Tee und hört euch gegenseitig, wie bei einem live Audiobook, zu.
Bild von Unsplash: Lilian Dibbern
  • Der klassische Gutschein:
    Als Kind war mein go-to-Geschenk an meinen Vater ein Gutschein fürs Autowaschen. Auch wenn ich diesen jetzt nicht unbedingt in Kombination mit ‚gemeinsam Zeit verbringen‘ weiterempfehlen möchte (haha), denke ich, würden sich die einen oder anderen Menschen über einen „Babysitten-Gutschein“ freuen. Den Abend verbringe ich mit vielen Lego Steinen oder am (weihnachtlichen-) Kekse backen mit den Kids und die Eltern können gemeinsam einen Ausflug machen. So schenke ich meine Zeit den Kindern und die Eltern gewinnen obendrauf noch Zeit miteinander.
  • Kultur:
    Zwar mit einem Geldbeitrag verbunden, aber doch nicht in der Kategorie ‚Zeug‘ ist ein Ausflug ins Museum. Ein Abend im Theater oder gemeinsam dem nächsten Poetryslam lauschen macht zu zweit wie auch als Gruppe großen Spaß, man verbringt die Stunden gemeinsam und behält sie bestimmt lange in Erinnerung.
  • Briefe:
    Und für den Fall, dass du Liebste rund um die Welt verstreut hast und es deswegen oft nicht so einfach ist, Zeit mit ihnen zu verbringen, wäre es doch eine schöne Idee, wenn du dir Zeit nimmst und ihnen einen Brief schreibst. Über jede Karte und Nachricht die ich in meinem Postfach auffinde freu’ ich mich noch Tage später, so eine simple und persönliche Möglichkeit, jemandem eine Freude zu machen.

Hiermit hoffe ich, dass ihr alle eine tolle Adventzeit verbringen könnt, gemeinsam mit den Menschen, die ihr am liebsten um euch habt. Unter dem Motto „The most precious gift you can give someone is the gift of your time and attention.“ schönen Advent!