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Warum die UN-Verhandlungen so lange dauern

Seit 2015 steht das Pariser Abkommen inklusive dem 2°C bzw. dem 1,5°C Ziel. 4 Jahre später befinden wir uns immer noch auf einem Erwärmungspfad von knapp 4°C bis 2100 – Die Klimakrise drängt, und doch laufen die Verhandlungen schleppend.

Begonnen hat alles 1992, als die UNFCCC (Klimarahmenkonvention; United Nations Framework Convention on Climate Change) verabschiedet wurde. 1994 trat sie in Kraft und hielt schon 1995 die erste “Conference of the Parties” (kurz COP) in Berlin ab.

Die COP ist ein Entscheidungsorgan der UNFCCC für globale Klimapolitik. Jährlich findet sie an einem anderen Ort statt, die Konferenz dauert zwei Wochen. Hier erklärt dir klimareporter.in Saskia genauer, was eine COP ist!

 1. Hürde – Alle für Eins

Alle Partien, also Vertragsländer, stimmen im Konsens ab. Das heißt, alle müssen einer Entscheidung zustimmen. Ist eine Partei dagegen, wird weiterverhandelt. Hier also schon mal die erste Hürde, warum die Verhandlungen lange dauern. Du kennst die Situation: Du bist in der Schule/Uni/Arbeit und musst in einem Team eine Aufgabe bewältigen. Jede*r hat eine andere Meinung, manche interessiert es erst gar nicht, manche möchten es gleich abarbeiten während andere eher alles auf den letzten Drücker erledigen.

Nun stell dir das bei dem schwierigsten Thema vor, das die Menschheit je gesehen hat: Der Klimakrise. Mit fast 200, die mitreden.

 2. Hürde – Eine*r für Alles?

Während der COP werden konzentriert in zwei Wochen zahlreiche Themen behandelt. Von Gender, über Wälder bis hin zu Finanzen (immer schwierig). Jedes Land braucht also genügend Personen, die sich mit dem Thema befassen, um überhaupt darüber verhandeln zu können. Der Globale Süden berichtet oft, dass sie keine Kapazitäten haben, finanziell oder personell, diese Aufgabe zu bewältigen – Damit auch sie genug Zeit haben, alle Themen zu behandeln, wartet man also zusammen, bis jede Partei alle Inhalte durchgehen kann.

3. Hürde – Eines in Allem

Bei der COP geht es um die Klimakrise – aber eigentlich geht es um alles. Die Klimakrise betrifft alle Bereiche. Offiziell reisen die Umweltminister*innen an, wenn es keine gibt dann ähnlich Zuständige (z.B. Energieminister*innen). Die Verhandlungen beinhalten aber auch finanzielle Zugeständnisse von den Parteien oder Privaten, die vom Finanzministerium abgedeckt sind. Flug- und Schiffsverkehr betrifft in Österreich das Verkehrsministerium (BMVIT). Artikel 12 des Pariser Abkommens, Action for Climate Empowerment, betrifft Bewusstseinsbildung in allen Bereichen, also auch das Bildungsministerium.

Jede Disziplin oder jedes Ministerium vertritt natürlich eigene Interessen, und denken nicht unbedingt als erstes an Klimaschutz. Das heißt, es müssen nicht nur die Staaten der Welt einer Meinung sein, die Verhandler*innen eines jeden Landes müssen auch noch intern alles unter einen Hut kriegen.

 4. Hürde – Alle.

Manche Staaten wollen einfach keinen (ambitionierten) Klimaschutz. Klassische Blockierer sind u.a. die Arabische Gruppe oder die USA. Das heißt um echte Fortschritte zu machen, müssen wirklich alle das gleiche Ziel anstreben.

Titelbild: Photo by IISD/ENB | Kiara Worth